Wiecker Fischerfest 2005.
OZ: Montag, 18. Juli 2005 | Titelseite


Fischerfest holte Familien in ein Boot

Das Fischerdorf Wieck war wieder eine einzige Festmeile. Jung und Alt strömten zum Ryck. Alle erlebten ein großes Programm.

Wieck Das Boot blieb erstmal unaufgeräumt. „Beim Fischerfest gibt es soviel zu sehen, da steht die Ordnung bei uns hinten an“, bekannte Ursula Frenzel. Die Ärztin aus Großhansdorf (Schleswig-Holstein) zählte am Wochenende zu den mehr als 50 000 Besuchern des maritimen Spektakels. Zusammen mit Ehemann Klaus und Tochter Elsa machten die drei am Slipgraben des Wiecker Hafens fest – ein bewusst gewählter Zwischenstopp während ihrer sechswöchigen Ostsee-Rundfahrt. „Unser Standort ist optimal. Hier haben wir die beste Aussicht auf alles“, schwärmte Klaus Frenzel, nachdem die 45 Traditionssegler der Gaffelrigg sein Boot passiert hatten.
Das Stelldichein der „Oldtimer-Schiffe“ war wieder einmal der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Das sahen auch die Kühlbachs so, die sich bei einem Picknick am Ufer stärkten. Die Greifswalder gehen jedes Jahr geschlossen als Familie zum Fischerfest. „Das ist Tradition bei uns. Ich bin dabei, seit ich mich erinnern kann“, erzählte Lutz Kühlbach. Überhaupt war das Treiben am Wasser wieder ein beliebter Treffpunkt der Generationen. „Wir kommen einmal im Jahr zusammen – beim Fischerfest“, erzählte Erika Mögenburg, die mit ihrer Familie die ihres Bruders wiedersah.

Für die jüngeren Gäste war der Eldenaer Strand Anziehungspunkt. Dort gab es bei einem Beachvolleyballturnier erstklassige Hechtsprünge und Schmetterbälle zu bestaunen. Insgesamt kämpften 600 Sportler um Punkte für eine Tour-Rangliste. Abends kochte die Stimmung dann bei einer großen Party im Sand mit heißen Rhythmen über.

Der Eldenaer Strand war auch ein Geheimtipp, um das Höhenfeuerwerk am Samstagabend zu bestaunen. Die Zuschauer dort hatten wesentlich mehr Platz als die auf den Promenaden, wo sich ab den frühen Abendstunden die Menschen drängten. Vorwärts ging es kaum. Wer vom „Utkiek" zum gegenüberliegenden Ende der Südmole wollte, brauchte 40 Minuten, sonst reichen 15. Manch einen nervte das, andere fanden's aber auch cool: „Dieses Dicht an Dicht gehört zum Fischerfest“, befand Mark Sinkewitz, der sich auch darüber freute „viele schönen Frauen“ so ganz genau beäugen zu können.

Allerdings gab es an den Ufern noch eine Menge mehr zu sehen. Der Stralsunder Heinz Zimmermann stellte seine 400 Modellboote im Hafenamt aus. Künstler zeigten auf mehreren Bühnen ihr Können. Bei dieser Angebotspalette gelang es Familie Frenzel bis zum Fest-Ende nicht, ihr Boot aufzuräumen. Das wollen die drei nun am nächsten Ziel-Hafen nachholen – in Baabe auf Rügen.

ALEXANDER LOEW

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Gute Bewertung für maritimes Treiben

Greifswald Die Veranstalter haben gestern Abend eine erste positive Bilanz für das Fischerfest gezogen. „Das Wetter war gut und nicht zu heiß, so dass wir mit 50 000 Gästen die Zahl des Vorjahres erreichen konnten“, sagte die Schirmherrin und stellvertretende Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker. Die Regatta Gaffelrigg habe mit 45 Traditionsseglern aus vier Ländern die beste Beteiligung aller Zeiten gehabt. „Besonders die maritimen Angeboten kamen gut an. Aber auch die Schausteller waren äußerst zufrieden“, sagte Heiko Lange von der durchführenden Großmarkt GmbH Rostock. Rathaus-Sprecherin Bärbel Lenuck betonte, dass das Fischerfest auch an den Abenden sehr friedlich abgelaufen und es zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen von Besuchern gekommen sei.
Die Planungen für 2006 sollen nun schon bald beginnen. Für das nächste Fischerfest überlegen Organisatoren, auch eine Art Seifenkistenrennen ins Programm zu nehmen. Zudem soll die Innenstadt mehr einbezogen werden. „Mit dem Trödelmarkt im Museumshafen ist hier ein Anfang gemacht“, schätzte Dönig-Poppensieker ein.

A.LOEW

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Stars wie Petra Zieger von Wieck begeistert

Wieck Etliche Stars von früher und heute traten auf den Bühnen des Fischerfestes auf. Und sie zeigten sich durchweg angetan von der Veranstaltung am Ryck. „Wieck ist ein traumhaftes Dorf. Ich habe vor meinem Konzert einen langen Spaziergang gemacht“, erzählte Petra Zieger, die gestern Abend zwei Stunden Programm bot und neben ihren alten Hits wie „Katzen bei Nacht“ auch neue Stücke präsentierte.
Jürgen Karney, vielen Besuchern noch bekannt als Moderator im DDR-Fernsehen, war als Chef der „Super-TV-Tour“ zum Fischerfest gekommen. „Wir sind mit unserer Tour auf Volksfesten zu Gast und wollen für Stimmung sorgen“, erläuterte der Mann mit dem Schnauzbart, der heute vorwiegend als Radio-Moderator arbeitet. Das Fischerfest bezeichnete er als schöne, maritime Veranstaltung: „Der Kanal in der Mitte des Festgeländes ist optimal.“ Diese Einschätzung teilten Sänger Dirk Michaelis, der gestern Abend seine Fans begeisterte, wie die Band „Geier Sturzflug“, die am Sonnabend auftrat.

A.LOEW