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Die Geschichte Wiecks Teil 2
1694
Die Schwedische Landesvermessung bezeichnet Wieck als „Fischlager“. Es wohnen dort elf freie und fünf untertänige Fischer, drei untertänige Kossäten, ein Schneider, ein Fährmann, ein Krugwirt (Dorfstraße 102), der Stadtvogt (zuständig für den Hafen),

der Zöllner, der Korporal und der Büchsenmeister mit ihren Familien. Es heißt: „Alle diese Fischer ernähren sich nur von der Fischerei und haben weder Acker, Wiese noch Weide. Sie fischen in der Innenwyk zwischen Ludwigsburg und hier und zwischen Koos.“ Wieck war kein reicher Ort. Trotzdem ziehen immer mehr Leute zu und bereits 1745 wird eine Schule gegründet.  Gustav Huldberg malte 1798 dieses Aquarell von der Meerseite aus. Im Vordergrund befindet sich die Nordmole.


Auf der Lithographie von Carl Rohde (um 1830) sieht man im Vordergrund die Stadtvogtei, dahinter das "Baumschreiberhaus"; rechts im Hintergrund die um 1825 erbauten Kapitänhäuser an der Nordmole.

1815
Wieck kommt unter preußische Herschaft. Bald sind es über 400 Einwohner. 1827 - 1841 verkehrt zweimal in der Woche der Postdampfer zwischen Wieck und dem südschwedischen Ystad. Eine von einem Pferd auf dem neu angelegten Leinpfad am Rycksüdufer gezogene Treckschute besorgt den Zubringerdienst nach Greifswald. Neben den Fischern lassen sich zunehmend Seeleute und Schiffer im Ort nieder. 1827 - 1843 werden die Rosen- und die Kirchstraße bebaut. Das Ortsbild ändert sich. Zu den rohrgedeckten Fischerhäusern aus Fachwerk mit Längsflur kommen die „Kapitänshäuser“ mit massiven Mauern, Ziegeldach und Querflur hinzu. Seit 1834 gibt es einen bescheidenen Badebetrieb mit Kabinen und Steg nördlich der Nordmole.

1859
Der Hafen wird ausgebaut. Bis 1864 verbreitern über 400 Arbeiter den Hafen von 21 m auf 60-70 m, vertiefen das Fahrwasser von 3,6 m auf 4,5 m, baggern einen eigenen Fischerhafen westlich des Hafenamts aus und legen Kaimauern an beiden Seiten der Mündung an. Es gibt in Wieck in über 100 Häusern fast 900 Einwohner. Drei Grenzaufseher (Zollamt im Haus Am Hafen 8) und vier Lotsen versehen im Hafen ihren Dienst. Neun See- sowie 17 Binnen- und Küstenfahrtschiffe sind ansässig. Es gibt eine Schule mit zwei Klassen, eine Hauswirtschaftsschule für Mädchen, einen Kindergarten, zwei Bäckereien (Dorfstraße 10), mehrere Läden. Die Kirche ist seit 1852 eine eigene Pfarrei.
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